Das Wuppertaler Schülerrockfestival und die Bergische Kombination – über die erfolgreiche Vernetzung der lokalen und regionalen Bandcontests

Seit 31 Jahren findet alljährlich im Januar das Wuppertaler Schülerrockfestival statt, organisiert vom Rockprojekt Wuppertal e.V. in Kooperation mit dem Stadtbetrieb Sport und Bäder.

Inzwischen ist ein regionales Netzwerk mehrerer Newcomer-Festivals entstanden: Die ‚Rock-City Solingen‘ veranstaltet seit 16 Jahren ein eigenes Schülerrockfestival – damals war die Flut der Bandbewerbungen aus der Klingenstadt derart groß, dass das Rockprojekt dort eine Parallelveranstaltung anregte. Erfolgreich und sehr eigenständig: Erst vor einem Monat rockten und rappten dort 40 Bands vor 700 Besuchern. Organisiert von der städtischen Jugendförderung.

Und seit 3 Jahren gibt es das Remscheider Newcomerband-Festival, hier kam der Impuls von der dortigen Stadtsparkasse. In enger Kooperation mit der Welle gGmbH und dem Rockprojekt Wuppertal entstand ein neues Highlight der jungen Pop- / Rock- und Rapszene.

2016 kam dann das Schichtfest in Sprockhövel hinzu, welches für diesen Herbst die 2. Ausgabe plant. Die Verbindung zum Rockprojekt Wuppertal ist dadurch gegeben, dass der 2. Vorsitzende Julius Schwoerer-Böhning in einer jungen Band spielt, die in Sprockhövel zuhause ist. Durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und der Kunst- und Kulturinitiative wurde hier der Grundstein gelegt.

Für die Bergische Bandszene eine tolle Sache! Statt einmal im Jahr kann man sich gleich viermal bewerben – 2017 waren in der UNI-Halle Bands aus allen vernetzten Festivals auf der Bühne zu erleben. Der Name ‚Bergisches Schülerrockfestival‘ steht seit 2016 gleichberechtigt auf den Plakaten. Wuppertal bleibt Gastgeber – und stellt mit Oberbürgermeister Andreas Mucke ab 2018 den Schirmherrn.

Die Organisatoren vom Rockprojekt freuen sich über diese Unterstützung. Für die Bergische Kombination sind zum 2. Mal Landesmittel aus der regionalen Kulturförderung avisiert – wichtig für die finanzielle Absicherung der mutigen Pläne. Denn insbesondere das Festival in der UNI-Halle kostet viel Geld. Mit über 2000 verkauften Karten und hunderten Besuchern, die umsonst Einlass erhielten (Kinder bis 12 Jahren, junge Flüchtlinge, unzählige junge Musiker und Helfer…) blieb das Festival auch 2017 nach wie vor das größte seiner Art – aber es ist leider auch besonders teuer. Vor 15 Jahren war die UNI-Halle mehrfach hintereinander ausverkauft, einmal sogar mit 5000 verkauften Karten überbucht. Davon träumen die Veranstalter heute noch. Angesichts ständig steigender Kosten sind jetzt neue Konzepte gefragt, um weitere Sponsoren zu gewinnen. Inzwischen arbeiten die Festivals in Solingen und Wuppertal versuchsweise mit 2 Bühnen. Die Rapszene wurde integrierter Bestandteil des Programms. Und mit ihrer intensiven Schultour motiviert die junge Band ‚TIL‘ auch zum Besuch ihrer Auftritte bei den Partnerfestivals.

Junge Bands können sich jetzt für das Schichtfest Sprockhövel im Oktober, für das Remscheider Newcomerband-Festival im November und für das Bergische Schülerrockfestival im Januar bewerben. Der Rockprojekt-Vorstand wird nach der Jahreshauptversammlung im Mai die Weichen stellen, die Frage der Lokation wird derzeit intensiv diskutiert. In der UNI-Halle kostet allein die Security 4000,00 €, es gibt keine Erlaubnis für Bühnennebel und die optisch ansprechende Beamer-Projektion ist nicht umsonst zu haben. Inklusiv der professionellen Mehrkamera-Aufzeichnung mit separater Tonabmischung und allen weiteren Kosten kommen fast 50.000,- € zusammen. Gleichzeitig verursacht der Betrieb der Geschäftsstelle in der ‚Villa Rock‘ Personal- und Sachkosten. Dafür können die jungen Bands in 3 Probenräumen arbeiten, werden viele Konzerte und Workshops angeboten. Grund genug, allen Sponsoren aufrichtig zu danken, die das Festival und sein Netzwerk kontinuierlich fördern. Steigende Kosten sind seit Jahren schwer aufzufangen, die Veranstalter müssen kreativ sein. So zählt zu den Zukunftsplänen ein eigener Musikverlag. Und auf dem Rockprojekt-Label werden neue CDs erscheinen.

Die Vernetzung geht weiter: Der beliebte NRW-Band-Wettbewerb ‚Toys2Masters‘ mit Sitz in Bonn hat der Siegerband einen Auftritt beim Wuppertaler Schülerrockfestival in Aussicht gestellt und Kalle Waldinger vom Rockprojekt einen festen Platz in der Jury eingeräumt.

Wuppertal, Bergisches Land, NRW – den jungen Bands ist das alles sicher ganz egal, Hauptsache viele Auftritte! Und gemeinsam kommen die vernetzten Festivals dann doch auf 5000 Besucher.

Bewerbung

 

https://www.facebook.com/SchichtFest/

Info-Hotline: 0202 307183 und 01722637837

Die ‚Heimatlosen Helden‘ auf Tour de France…

Auf dem Plakat des 28. Wuppertaler Schüler-Rockfestival stehen sie direkt unter den Headlinern Bosse und Daniel Pfeffer: Klar, denn Wuppertals Nachwuchsband ‚Heimatlose Helden‘ kann mittlerweile mit Fug und Recht als ‚regionales Highlight‘ bezeichnet werden.

Lukas Weinert, Fabian Meier, Alex Kantor, Robin Friese und Maik Zietek starteten 2011 ihr aktuell sehr erfolgreiches Bandprojekt. Mit ihren eigenen deutschsprachigen Rock-Pop-Liedern überzeugten sie bei zahlreichen Konzerten und wurden rasch zum Selbstläufer, den jedes Konzert führte zu weiteren Einladungen. Kein Wunder, denn sie liegen voll im Mainstream und werden mit Größen wie den Sportfreunden Stiller und Revolverheld auf eine Stufe gerückt. Die Heimatlosen Helden verweisen in ihrer Biographie dennoch Bodenständigkeit und lokale Verwurzelung – das Schülerrockfestival ist eine feste Größe in ihrem Konzertkalender und an der Gesamtschule Ronsdorf musizierten die meisten von ihnen schon seit fast 10 Jahren in diversen Bands.

Die Band absolvierte vielbeachtete Auftritte u.a. zusammen mit “The Black Pony” und “Chris Cosmo”. Die Präsenz im RTL-TV-Format “Köln 50667” und im ZDF-Fernsehgarten brachte weitere Kontakte mit sich. Einem Anruf vom Goethe-Institut Paris verdanken die sympathischen Jungs ihre erste große Konzertreise außerhalb Deutschlands: Im Januar 2014 rockten sie beim Schülerrockfestival in der UNI-Halle und ließen ihre Verstärker gleich im Tourbus, um 2 Wochen lang in Paris, Bordeaux, Toulouse, Lyon, Nancy, Strasbourg, Marseille und Lille vor tausenden französischen Kids ihre gelungene Mischung aus griffigen Texten, wiedererkennbaren Melodien und kraftvollen Rocksounds zu spielen. Anlass für die Konzertreise war der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages, in welchem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle eine zukunftsweisende deutsch-französische Zusammenarbeit vereinbart hatten. Rock als Sprache der Völkerverständigung – die 5 Jungs aus Wuppertal freuen sich, hier ein lautes Wörtchen mitreden zu können…

Gelungene deutsch-französische Rockband-Begegnung

Liegt Wuppertal in den Vogesen? Oder Epinal im Bergischen Land? Im Rahmen des Musikprojekts ‚on y va‘, welches die Robert-Bosch-Stiftung ein Jahr lang gefördert hat, fühlte es sich so an, als spiele die Entfernung keine Rolle.
Junge Bands machten sich aus beiden Richtungen auf den Weg, um gemeinsam zu musizieren. Rock/Pop als internationale Kommunikationsform, E-Gitarren, Drumsticks, Mikrophone – schon war man im Gespräch. Gemeinsame Liedideen wurden aus dem Ärmel geschüttelt, aus Skizzen wurden Kompositionen. Den Proben folgten Auftritte – in der ‚Villa Rock‘ in Wichlinghausen jammten Wuppertals Senkrechtstarter‚Heimatlose Helden‘, die erst kürzlich im ZDF Fernsehgarten begeisterten, zusammen mit den sympathischen französischen Schülerbands ‚Punches‘, ‚Easy Day‘ und ‚Never More‘. Auf der großen Bühne des Schülerrockfestivals wurde beim gemeinsamen Auftritt ein selbst produzierter Videoclip auf den Bühnenhintergrund projiziert – deutsche und französische Fahnen wehten zwischen den Portraits der Musiker, die Frage, wer welchen Personalausweis in der Tasche hat, war überflüssig – alle kamen aus dem Rockland, ihre Sprache ist auch ohne Wörterbuch für jeden verständlich. Das spürten auch die 3.000 Jugendlichen in der UNI-Halle, und der Funke setzte sich fort, als die Wuppertaler ‚Helden‘ dann zum Gegenbesuch starteten – zusammen mit ‚Mira & Band‘ sowie ‚Janus H. & Taylor Luc Jacobs‘. Die Begegnung gelang auch dort, gleich mehrere Auftritte standen im Programm. ‚A très bientôt‘ – bis bald…
Der Rock’n Roll-Zug wird weiterrollen – das wünschen sich jedenfalls alle Beteiligten.

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Rockige Reise nach Frankreich

3 Bands aus Wuppertal trafen 3 Bands aus Epinal. So einfach ist das. Oder auch nicht, denn die Entfernung zwischen dem Bergischen Land und den Vogesen beträgt 6 Autostunden und die Kommunikation zwischen deutschen und französischen Jugendlichen holpert etwas: in Deutschland ist Französisch als Fremdsprache nicht sehr häufig in den Schulen anzutreffen – und umgekehrt. Aber was soll‘s?! Man befindet sich in der gleichen Musikszene und das jugendliche Alter verbindet auch, man bewundert dieselben Musiker, man trägt ähnliche Klamotten, läuft Fußbällen hinterher und lacht gern. Also kann eine Begegnung von jungen Rockbands aus ‚F‘ und ‚D‘ eigentlich nur gelingen.

Als die Robert-Bosch-Stiftung vor einem Jahr zu deutsch-französischen Jugendbegegnungen aufrief, denen etwas Besonderes eigen ist, schlossen sich engagierte Förderer der Rockmusik in Epinal und in Wuppertal kurz – und schrieben ein Begegnungsprogramm, welches von der Jury der Stiftung ausgewählt wurde. Rock und Pop grenzüberschreitend! Das Motto wurde zur Leitlinie, 3 französische Schülerbands reisten im Oktober 2013 in die Villa Rock im Wuppertaler Nord-Osten und musizierten 4 Tage lang zusammen mit Bands der lokalen Szene: Heimatlose Helden sowie Mira&Band gehören zur Schüler-Rockfestival-Szene. Alle hatten ne Menge Spaß, und nachts zwischen 2 und 3 Uhr schüttelte Gitarrist Marc 3 Akkorde aus dem Ärmel, die aus dem Stegreif zu einem Lied erweitert wurden, welches die Stimmung der Musiker-Clique genau traf: ‚Je veux chanter avec vous, parfois je suis tellement fou, j’aime la vie comme vous – et c’est tout, c’est tout, c’est tout…‘ – Das Medium ist die Message: „Ich will mit Euch singen, bin manchmal etwas verrückt, liebe das Leben so wir Ihr – und das genügt mir schon…“

Ein einfaches und sehr friedliches Programm! Musik verbindet, auch über die alten innereuropäischen Grenzen hinweg, die ja für Reisende kaum noch wahrnehmbar sind, aber doch in sprachlicher und kultureller Hinsicht irgendwie existieren.

Und das ist den 2 x 3 Bands sehr gut und vor allem nachhaltig gelungen: Beim 28. Wuppertaler Schüler-Rockfestival im Januar 2014 waren die jungen Bands aus Epinal erneut im Bergischen Land und fühlten sich in der Rock-Villa in Wuppertal-Wichlinghausen gleich wie zuhause. Als sie dann auf der riesigen Bühne der UNI-Halle aufgetreten sind, war das für die Punches, Easy Day und Never More ein großartiges Gefühl. Die deutschen Zuschauer machten mit, die Stimmung im Saal war ausgelassen. Abwechselnd mit den jungen deutschen Bands flochten sie gemeinsam das Programm eines unvergesslichen Abends. Und als zur ‚Prime Time‘ die bereits regional bekannten ‚Heimatlosen Helden‘ die Halle rockten, warteten die jungen Bands aus den Vogesen schon an der Bühnentreppe, denn der Abschluss des Helden-Auftritts war ihr gemeinsames Lied! So erlebten tausende junge Zuschauer diese ganz besondere Form des Dialogs mit dem Nachbarland – on y va – je veux chanter avec vous! Helden-Sänger Lukas übersetzte diese weltbewegenden Zeilen dann spontan in seine Muttersprache und an Stelle einer Babylonischen Sprachverwirrung kam eine entspannte gemeinsame Performance zu Stande.

Und jetzt, Ende Mai 2014, rockten sie wieder gemeinsam, und zwar in Epinal. Beherbergt von den Familien der französischen Partnerbands erlebten die Heimatlosen Helden sowie Mira&Band, die spontan als 3. Gruppe das Duo Janus H. und Taylor Luc Jacobs mitbrachten, 4 wunderschöne Tage. 4 Konzerte, dazwischen Ausflüge, Barbecues und ein spannendes Stadtspiel, ein gemeinsamer Konzertbesuch bei einer bekannten französischen Band und ganz nebenbei eine Produktion mit dem Saarländischen Rundfunk– das Rock-Über-Die-Grenzen-Projekt war gelungen! Das Eis ist für immer gebrochen, die jungen Musiker und ihre Begleiter haben Freundschaft geschlossen und werden gewiss ihr Leben lang von Epinal respektive Wuppertal reden…. Und sich auf neue gemeinsame Begegnungen freuen….