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Kategorien: Gegenwind

1991: Aufgeschreckt durch den Golfkrieg nehmen Musiker aus 7 Bands des Schüler-Rockfestivals eine Schallplatte auf mit dem Titel: ‚Heiliger Krieg – Krieg ohne Sieg‘. Der Sänger, Rasmi Jumah, trägt dieses Lied in deutscher und arabischer Sprache vor. Es wird von internationalen Radiostationen weltweit gespielt. Das Cover der Vinyl-Schallplatte entwirft ein Teilnehmer des WP-II-Kurses Kunst/Design der Gesamtschule Wuppertal-Ronsdorf, Horst Lange.

1993: Die Schülerband PÜNKTCHEN PÜNKTCHEN befindet sich im Auftrag des Goethe-Instituts Istanbul auf Konzertreise in der Türkei. Sie soll mit ihren Konzerten türkischen Jugendlichen einen Einblick in die Jugendkultur Deutschlands vermitteln. Auf dem Flughafen von Ankara sehen sie im Fernsehen die entsetzlichen Bilder von dem zeitgleich erfolgten Brandanschlag auf ein von Türken bewohntes Haus in Solingen. Die Ronsdorfer Schülerband stellte sich bei ihren folgenden Konzerten dem Thema und verurteilte die feigen Anschläge. Zurück in Wuppertal nehmen die Schüler an den Lichterketten gegen Rassismus teil (‚Wupper-Leuchten‘).

Der Brockhaus-Verlag und die Duden-Redaktion finanzieren eine Lied- und Studioproduktion zum Thema ‚DEUTSCH IST INTERNATIONAL‘ – über die Rolle der Fremdwörter in der deutschen Sprache. Dieses Lied bezieht die Fremdenfeindlichkeit ein.

Oberstufenschüler, darunter Musiker aus dem Rockprojekt, bewachen nachts das Asylbewerberheim in der Ronsdorfer Lilienstraße.

In der Aula der Gesamtschule findet eine Podiumsdiskussion mit Experten sowie ein Rock-Konzert statt, Thema: ‚GEWALT IS SHIT‘:

1986 besuchte der Dichter ERICH FRIED die Gesamtschule. Nachdem es Streit um die Namengebung der Schule gab, vertonten Musiker aus dem Rockprojekt das Gedicht ‚Wo liegt Nicaragua‘ von Erich Fried und veröffentlichten es auf dem Sampler ‚Schüler-Rockprojekt 1‘.

GEGENWIND: Konfrontationen zwischen Neonazis und Punkern während des Schülerrockfestivals führen zu anonymen Briefen an das Rockprojekt und Plakat-Aktionen der rechten Szene im Stadtbild.

Junge Bands aus dem Wuppertaler Schülerrockfestival schreiben Texte und Lieder zum Thema. Das LOGO für die Gegenwind-CDs wird von Schülern des WP-II-Kurses Kunst/Design an der Ronsdorfer Gesamtschule entwickelt. Ein anonymer Anrufer hinterlässt seine Stimme auf dem Anrufbeantworter des Rockprojekts, seine Hetzrede wird auf Gegenwind 1 veröffentlicht und von dem Ronsdorfer Rapper SARDO G kommentiert.

Es folgen 5 Gegenwind-Sampler sowie 5 Gegenwind-Konzerte. Weitere Konzerte gegen Rassismus außerhalb Wuppertals folgen, Bands aus dem Gegenwind-Projekt treten auch am KZ-Mahnmal Kemna auf, zuletzt anlässlich der 75-Jahres-Gedenkfeier.

Das Rockprojekt arbeitete in einzelnen Projekten zusammen mit der Lands- und Bundeszentrale für politische Bildung, dem NRW-Innenministerium, der Polizeidirektion Köln, dem Jugendring Wuppertal, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz mit Sitz in Berlin und anderen Einrichtungen.